Der Olivenbaum – ein lebendiges MonumentDer Olivenbaum ist eine uralte, knorrige Pflanze, dem die Zeit scheinbar nichts anzuhaben scheint. Die Bäume können bis zu einem halben Jahrtausend alt werden und selbst dann noch Früchte tragen. Der wahrscheinlich älteste Olivenbaum steht auf Kreta und zählt stolze 5000 Lenze.
Hauptsächlich in den Mittelmeerländern wird ausschliesslich Olivenöl zum Backen, Braten, Schmoren und Frittieren verwendet. Doch auch in der deutschen Küche ist das flüssige Gold, wie es oft genannt wird, nicht mehr wegzudenken. Olivenöl besteht zu fast 80% aus einfach ungesättigten Fettsäuren, ist reich an natürlichem Vitamin E, Sterinen und phenolischen Verbindungen, die sich allesamt in hohem Maße gesundheitsfördernd auf den menschlichen Organismus auswirken. Es ist das gesündeste der Pflanzenöle und eines der besten Lebensmittel überhaupt. Vorausgesetzt, dass es sich um ein reines Naturprodukt handelt. Denn viele Öle sind verschnitten mit Haselnuss- oder Sonnenblumenöl und werden chemisch aufbereitet. Das heisst, der ranzige Geruch und Geschmack minderwertiger Oliven wird chemisch entfernt und durch synthetische Aromastoffe ersetzt.
Olio Extra Vergine oder Nativ Extra ist die höchste Qualitätsstufe. Dabei werden die Oliven halb bis gerade reif vom Baum gepflückt und unverletzt binnen weniger Stunden in der Ölmühle kalt gepresst. Ein Öl aus erster Pressung schmeckt deutlich fruchtig, leicht scharf und leicht bitter. Der Grad der Bitternote hängt von der Olivensorte ab und verschwindet bei den meisten Olivenölen nach einigen Monaten. Von der Farbe her ist ein gutes Öl goldgelb mit grünlichem Schimmer und noch eines ist wichtig: es muss leuchten.
Laut einer Studie des IOOC (International Olive Oil Council) verbrauchen weltweit die Griechen mit einem Jahreskonsum von 20 Litern pro Person am meisten. Die Italiener und Spanier verkonsumieren jährlich 11 Liter und wir Deutschen liegen mit 1,1 Litern eher am unteren Ende der Skala.
Das goldgrüne Geschenk der Götter hat seinen Preis. Denn ein gutes Olivenöl kann es nicht zum Dumpingpreis geben, bedenkt man den Aufwand, bis die Olive vom Baum in die Flasche kommt. Kosten für die arbeitsintensive Pflege des Hains, für Erntehelfer und Ölmühle, Flaschen und Etiketten, Fracht und Versicherung und die Händlermarge fallen an. Das Magazin „Feinschmecker“ hat in seiner Sonderausgabe „Alles über Olivenöl“ einen realistischen Endpreis zwischen 8 bis 12 Euro pro Halbliterflasche für ein gutes, unverschnittenes Olivenöl der höchsten Güteklasse errechnet. Ein korrekter Preis für ehrliche Handarbeit.
In unserem Sortiment finden Sie ausschliesslich Olivenöle von kleinen Familienbetrieben, die ihr Öl hauptsächlich an kleine Einzelhändler und die Nachbarn im Dorf verkaufen. Auch wenn es schlecht für das Geschäft ist, dennoch beruhigt es mich zu hören, das l'Olio di Oliva e tutto esaurito, soll heissen, abwarten bis die nächste Ernte kommt. Erwarten Sie keine goldverpackten Flaschen, hochglänzende Etiketten und animierten Webseiten der Hersteller, denn diese Menschen konzentrieren sich auf das was sie am besten können: ein gutes Olivenöl machen!
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